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Im multiprofessionellen Team der Dresdner Sprachmentorinnen aus Logopädinnen, Kindheitspädagogin, Sozialpädagoginnen und Systemischer Beraterin hat sich ein besonderer Schwerpunkt herauskristallisiert. Neben der Beratung und Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften, Einrichtungsleitungen sowie Kindertagespflegepersonen hat sich in der Dresdner Trägerlandschaft ein großes Interesse an Prozessbegleitungen gezeigt. Diesem Bedarf einzelner Einrichtungen nach intensiver Begleitung über einen längeren Zeitraum rund um das Thema Sprache sind die Sprachmentorinnen nachgekommen. Besonders die Horte, die beim Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ keine Berücksichtigung fanden, nehmen das Angebot einer Prozessbegleitung dankend an.
Stefanie Kircher ist Sprachmentorin im Amt für Kindertagesbetreuung der Landeshauptstadt Dresden, Sozialpädagogin sowie Systemische Beraterin und teilt hier Einblicke aus den Erfahrungen der Prozessbegleitungen im Landesprogramm alltagsintegrierte sprachliche Bildung in der Kindertagesbetreuung Sachsen.
Eine Prozessbegleitung zum Thema Sprache erzielt nachhaltige Effekte, da im Team und über eine längere Zeit an sprachlichen Bildungsthemen gearbeitet wird. Diese können fest implementiert werden sowie neues Wissen und Methoden zwischendurch erprobt, reflektiert und erweitert werden. Die Teammitglieder beschreiten einen gemeinsamen Entwicklungsweg, sind auf dem gleichen Stand und können Inhalte auffrischen und in den Alltag integrieren. So kann eine nachhaltige Qualitätssteigerung mit dem ganzen Team erreicht werden, die bei Wunsch auch in eine Konzeptionsfortschreibung münden kann.
Ein übergeordnetes Ziel einer Prozessbegleitung kann bspw. die Kompetenzerweiterung der einzelnen pädagogischen Fachkraft im Bereich der alltagsintegrierten sprachlichen Bildung sein.
Die Prozessbegleitung ermöglichte unserem Team eine intensive und nachhaltige Begleitung.
Zu Beginn erarbeiten wir Sprachmentorinnen gemeinsam mit der Einrichtungsleitung oder mit dem gesamten Team die Inhalte, Themen und Fragen, die im Verlauf der Prozessbegleitung bearbeitet werden sollen. Unser Prinzip ist es, den Prozess bedarfsorientiert zu gestalten, um wirklich an den sprachlichen Themen anzuknüpfen, die für das jeweilige Team wichtig sind.
Die Steuerung des Prozesses übernimmt die Sprachmentorin in enger Abstimmung mit der Leitung. Die Sprachmentorin strukturiert und gestaltet den Prozess, moderiert die Treffen, qualifiziert zu Inhalten und sichert die Qualität durch Dokumentation der Ergebnisse.
Wichtig ist der regelmäßige Kontakt zur Einrichtung sowie Offenheit für dynamische Veränderungen, so dass im Verlauf des Prozesses ggf. Anpassungen vorgenommen werden können.
Es ist uns wichtig, flexibel, bedarfs- und ressourcenorientiert zu arbeiten und sich an die Möglichkeiten der Einrichtung anzupassen. Es finden Treffen vormittags, nachmittags oder am frühen Abend statt, häufig im Rahmen von Dienstberatungen oder Teamtagen. Gemeinsam werden Prioritäten gesetzt und eine Zeitschiene erarbeitet. Dies können bspw. Hospitationen zur pädagogischen Interaktionsgestaltung und zur sprachförderlichen Raumgestaltung sein. Ebenso können Fallberatungen, Reflexionsrunden, Beratungsgespräche oder Konzeptionsarbeit stattfinden - alles immer mit dem Fokus auf Sprache.
Die individuell geplanten Angebote bauen inhaltlich aufeinander auf. So wird eine tiefgreifende Auseinandersetzung ermöglicht.
Die Qualifizierungen können beispielsweise zu folgenden Themen geplant werden:
Je nach Thema führen wir Dresdner Sprachmentorinnen diese Qualifizierungen im Tandem durch. Wird gemeinsam an Themen wie adultistischer Ansprache, dialogischer Grundhaltung oder Interkulturalität gearbeitet, so wird ein Entwicklungsprozess angestoßen, in dem auch die eigene pädagogische Haltung sowie die Selbstreflexion genauer betrachtet werden.
Als Highlight einer Prozessbegleitung durch die Sprachmentorinnen wird vom Team meist die Gestaltung eines Teamtages, Klausurtages oder Pädagogischen Tages empfunden. Hier kann mit dem Team intensiv an einem Thema gearbeitet werden.
Neben dieser fachlichen Arbeit finden gleichzeitig in angenehmer Atmosphäre wichtige Teambildungsprozesse statt. Mit Freude werden kollegiale Beziehungen intensiviert, das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt, Konfliktfähigkeit erhöht und Lösungsfindung erprobt. Gerade Leitungskräfte empfinden es als großen Gewinn, die Vor- und Nachbereitung sowie die Durchführung des Teamtages an die Sprachmentorinnen abgeben zu können.
Wichtig ist uns ein wertschätzender Abschluss des Prozesses mit allen Beteiligten. Dieser bietet Platz für Reflexion sowie den Praxistransfer in den pädagogischen Alltag. Um nachhaltige Effekte in der jeweiligen Einrichtung zu erzielen, ist es von großer Bedeutung, einen Ausblick auf nachhaltiges Arbeiten an den sprachlichen Themen sowie eine Verstetigung des Prozesses mit allen Beteiligten zu erarbeiten.
Demzufolge leistet eine Prozessbegleitung einen wichtigen Beitrag im Bereich sprachliche Bildung und bestärkt pädagogische Fachkräfte, Kinder in ihrem Spracherwerb feinfühlig und kompetent zu begleiten.
Die folgenden Zitate stammen aus Dresdner Kitas und Horten, die eine Prozessbegleitung in Anspruch genommen haben.