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Der Knäckebrot-Krach
Diese Buchempfehlung stammt von der Sprachmentorin Fränze Köppel-Zavrtak und richtet sich an alle, die Kinder beim spielerischen Spracherwerb unterstützen möchten.

Auf meiner regelmäßigen Suche nach spannenden Büchern und Vorlesegeschichten habe ich Der Knäckebrot-Krach: Bei Oma und Opa fliegen die Fetzen entdeckt. Das Cover ist witzig gestaltet und an der Seite sind Bissspuren zu sehen, die schon vor dem Lesen zum Gespräch einladen: Was ist denn hier wohl passiert?


Zum Buch

Die Geschichte handelt von den Geschwistern Mayo und Super, die zu Oma und Opa fahren, um dort ihre Ferien zu verbringen. Als Proviant gibt ihnen ihre Mutter eine Packung Knäckebrot mit, welches die absolute Katastrophe auslöst. Denn die Erwachsenen im Dorf beginnen einen Streit darüber, welche Seite des Knäckebrotes die RICHTIGE ist, die man bestreichen darf und welche nicht. Die glatte oder die rubbelige Seite – das ist die entscheidende Frage. Die Kinder versuchen zwischen den Erwachsenen zu vermitteln und den Streit zu schlichten. Aber das ist gar nicht so leicht…


Der Praxistest im Kindergarten

Beim Vorlesen kamen die Kinder ins Staunen und Reden, denn im Buch benehmen sich die Erwachsenen wie Kinder und streiten auch genauso. Immer wieder hörte ich Sätze wie: „Aber das geht doch nicht!“ oder „So was machen Erwachsene doch nicht!“ und wir lachten gemeinsam über die verkehrte Welt.


Nicht nur Mayo und Super haben sich verantwortungsbewusst verhalten, auch die Kindergartenkinder sind in diese Rolle geschlüpft und hatten viel Spaß dabei.


Das Knäckebrot-Experiment

Als ich die Kinder fragte, welche Seite für sie die RICHTIGE Seite des Knäckebrots ist, die man mit Butter oder Marmelade bestreicht, waren die meisten ratlos. „Darüber habe ich noch nie nachgedacht!“, hieß es mehrfach. Also haben wir beschlossen, ein Knäckebrot-Frühstück zu veranstalten, um es selbst zu testen. Jedes Kind hat dazu etwas beigetragen, indem Knäckebrot, Butter oder selbstgemachte Marmelade mitbracht wurde. Die Eltern habe ich in einem kleinen Aushang zu unserem Test informiert.


Unser Knäckebrot-Frühstück kam sehr gut an und es wurde – natürlich nur zu Testzwecken – in großzügigen Mengen probiert. Jedes Kind wollte unbedingt beide Seiten bestreichen, um gut vergleichen zu können. Der einzige Unterschied wurde von einem Kind bemerkt: „Auf die rubbelige Seite passt viel mehr Butter – das mag ich gerne!“


Am Ende haben wir unsere Ergebnisse ausgewertet und stellten fest, dass die eine Hälfte der Gruppe die glatte Seite besser fand und die andere Hälfte die rubbelige. Wir konnten uns also auch nicht auf die eine, „RICHTIGE“ Seite einigen.


Unser kleines Experiment, das durch das Buch angestoßen wurde, hat nicht nur die Kinder interessiert, sondern auch die Familien mit einbezogen. Da zunächst niemand eine eindeutige Antwort wusste, haben Mama, Papa, Geschwister sowie manchmal sogar noch Omas und Opas gemeinsam mit den Kindern ausprobiert, welche Variante ihnen am besten gefällt. Und ganz nebenbei entstanden rundherum viele Gesprächsanlässe und lustige Situationen.

 

Fränze Köppel-Zavrtak, Sprachmentorin im Vogtlandkreis

 

Buchempfehlung:
Bob Konrad, Daniela Kohl: Der Knäckebrot-Krach. Bei Oma und Opa fliegen die Fetzen. Arena-Verlag 2019.

 

 

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